Was passiert ohne Vollmacht?

Wenn eigenverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist und Sie keine Vollmacht erteilt haben, wird in der Regel gerichtlich eine gesetzliche Vertretung („Betreuerin/Betreuer“) für Sie bestellt werden. Hierfür ist das Betreuungsgericht zuständig.

Wird dem Gericht z. B. durch Mitteilung von Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten oder auch Behörden ein entsprechender Anlass bekannt, prüft es, ob eine Betreuung für Sie einzurichten ist und welchen Aufgabenbereich diese  Person dann wahrnehmen soll. Hierzu müssen Sie in jedem Fall vom Gericht persönlich angehört werden. Außerdem ist regelmäßig ein ärztliches Sachverständigengutachten einzuholen. Häufig wird auch die Betreuungsbehörde Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises um Äußerung gebeten. Wenn Sie Ihre Rechte nicht mehr selbst wahrnehmen können, kann das Gericht eine Verfahrenspflegschaft einrichten, z. B. eine Ihnen nahestehende Person, aber ausnahmsweise auch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt damit beauftragen.

Bestellt das Gericht eine Betreuerin oder einen Betreuer, wird diese Person Ihre gesetzliche Vertreterin oder Ihr gesetzlicher Vertreter in dem festgelegten Aufgabenbereich.