Soll ich statt einer Vollmacht eine Betreuungsverfügung errichten?

Wenn Sie jemanden haben, dem Sie Ihre Angelegenheiten anvertrauen können, spricht nichts gegen eine Vorsorgevollmacht. Gibt es jedoch keine Vertrauensperson, der Sie eine solche Vollmacht ausstellen möchten, empfiehlt sich die Festlegung einer Betreuungsverfügung. Damit können Sie Einfluss darauf nehmen, wer vom Gericht als Ihre gesetzliche Vertretung ausgewählt wird.

Ist eine Person, der Sie vollständig vertrauen können, bereit, sich im Bedarfsfall um Ihre Angelegenheiten zu kümmern, dürfte eine Vorsorgevollmacht vorzuziehen sein. Bis auf wenige Ausnahmen – eine risikoreiche Heilbehandlung, Unterbleiben oder Abbruch medizinischer lebenserhaltender Maßnahmen oder eine geschlossene Unterbringung bzw. andere freiheitsbeschränkende Maßnahmen – braucht sie für ihre Entscheidungen auch keine gerichtlichen Genehmigungen.

Kein gerichtliches Verfahren

Sie vermeiden damit das mit der Betreuerbestellung verbundene gerichtliche Verfahren. Die von Ihnen bevollmächtigte Person steht – anders als die Betreuerin oder der Betreuer – nicht unter der Kontrolle des Betreuungsgerichts. Allerdings kann das Betreuungsgericht, wenn ihm ein entsprechender Anlass bekannt wird, für eine betreuende oder  bevollmächtigte Person eine Kontrollbetreuung einrichten, die nur die Aufgabe hat , die bevollmächtigte Person zu überwachen, Ihre Rechte gegenüber der bevollmächtigten Person wahrzunehmen und die Vollmacht notfalls auch zu widerrufen. Wird das nötig, müsste das Gericht dann eine Betreuung  für den Aufgabenkreis einrichten, die zuvor der „ungetreuen“ bevollmächtigten Person übertragen war.

Einfluss auf Auswahl

Wenn Sie hingegen niemanden haben, der oder dem Sie eine Vollmacht anvertrauen wollen, empfiehlt sich die Festlegung einer Betreuungsverfügung. Darin halten Sie fest, wer aus Ihrer Sicht  als  gerichtlich bestellte Betreuerin oder gerichtlich bestellter Betreuer in Betracht kommt, und nehmen dadurch Einfluss auf die Entscheidung des Gerichts.