Beratung durch Anwaltskanzleien sowie Notarinnen und Notare

Für die Beratung in allen rechtlichen Aspekten der Betreuungsvorsorge können Sie sich an Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bzw. Notarinnen und Notare wenden. Speziell bei der Abfassung einer Vorsorgevollmacht kann es sehr sinnvoll sein, sich anwaltlich oder notariell unterstützen zu lassen.

Dies ist besonders dann zu empfehlen, wenn Sie z. B. umfangreiches Vermögen besitzen, mehrere Bevollmächtigte einsetzen möchten oder der bevollmächtigten Person zusätzlich zur Vollmacht Handlungsanweisungen erteilen wollen. In einigen Fällen ist auch eine notarielle Beurkundung Ihrer Vollmacht notwendig.

Die notarielle Beurkundung einer Vollmacht ist nicht allgemein vorgeschrieben. Sie wird stets notwendig sein, wenn sie die bevollmächtigten Person ermächtigen soll, Grundstücke oder Wohnungseigentum zu erwerben, zu veräußern oder bestimmte Arten von Darlehen aufzunehmen.

Ferner ist eine notarielle Beurkundung dann sinnvoll, wenn Sie ein Handelsgewerbe betreiben oder Gesellschafter einer Personen- oder Kapitalgesellschaft sind. Für eine Erbausschlagung, die z. B. wegen Überschuldung des Nachlasses in Ihrem Namen erklärt werden soll, ist eine notariell beglaubigte Vollmacht notwendig.

Darüber hinaus können durch eine notarielle Beurkundung spätere Zweifel an der Wirksamkeit der Vollmacht vermieden werden.

Festgelegte Gebühren 

Die hierdurch entstehenden Gebühren sind gesetzlich festgelegt und richten sich nach dem Geschäftswert der Vollmacht, der wiederum vom Vermögen der  vollmachtgebenden Person abhängt. Bei einem Geschäftswert von z. B. 50.000,– € fällt für die Beurkundung einer umfassenden Vorsorgevollmacht eine Gebühr von 66,– € an. Die Mindestgebühr beträgt 10,– €. Bei Vermögen über 500.000,– € steigt die Beurkundungsgebühr auf den Höchstwert von 403,50 €. Die Gebühren schließen die Beratung, den Entwurf und die Beurkundung ein. Für die reine Beglaubigung der Unterschrift fallen wertabhängige Gebühren zwischen 10,– € und 130,– € an (alle Angaben zuzüglich Umsatzsteuer).

Öffentliche Beglaubigung

Von der notariellen Beurkundung der Vollmacht ist die öffentliche Beglaubigung einer Vollmacht zu unterscheiden, die ebenfalls eine Notarin oder ein Notar vornehmen kann. Diese Form ist einzuhalten, wenn die bevollmächtigte Person Erklärungen gegenüber dem Grundbuchamt abgeben soll und ihre Vollmacht nicht bereits notariell beurkundet ist. Auch zur Erklärung einer Erbausschlagung durch eine bevollmächtigte Person (z. B. wegen Überschuldung des Nachlasses) ist eine öffentlich beglaubigte Vollmacht sinnvoll. Mit der Beglaubigung können darüber hinaus spätere Zweifel, dass die Unterschrift von Ihnen stammt, leichter vermieden werden. Die Unterschrift auf einer Vorsorgevollmacht kann auch von der Betreuungsbehörde öffentlich beglaubigt werden, in Hessen auch bei den Ortsgerichten.

Auch zur Beantragung eines Reisepasses oder Personalausweises ist eine öffentlich beglaubigte Vollmacht gesetzlich vorgeschrieben.